... oder: Denglisch für Fortgeschrittene
Eine Sammlung "denglischer" Begriffe etc. aus dem leidgeplagten Alltag ...
Babyshooting: Die Alternative zur Moorhuhnjagd? Oder doch nur das Fotografieren von Babys bzw. Kleinkindern (obwohl - das wäre ja dann Toddlershooting ...)?
Flagshipstore: Was kauft man dort? Flaggschiffe? Oder war das früher mal die Hauptniederlassung?
Quickie Shop: Ähm ... ?
Bakery: Hieß das früher nicht einfach Bäckerei?
Back to go: Die ideale Wortschöpfung für unsere Gäste aus dem englischsprachigen Raum
Coffee to go: Kennt man ja, trotzdem bescheuert.
Wording: Ganz großes Kino ... die Alternative zum Formulieren.
Coffee Shops: Wie ... hier jetzt auch?
Screening: Täten es Rasterung oder Durchleuchten nicht auch?
Monitoring: Was muss man dafür tun? Den ganzen Tag auf den Monitor glotzen oder wie einer dumm in der Gegend rumstehen?
Event: Früher war das einfach ein Fest oder eine Veranstaltung ...
Event Manager: Naja, zugegeben, Organisator klingt irgendwie nicht so toll und bedeutend ...
Brainstorming: Ideenfindung ... das tut es auch. Man muss nicht gleich jeden Mist aus dem Englischen übernehmen ...
Online: Was - auf der Leitung? Also nicht mehr "ich stehe auf der Leitung" sondern "ich bin online" ...?
Public Viewing: Öffentliche Leichenschau (im amerikanischen Englisch). OK - das nächste mal sollte man betreffende "Events" bei EM oder WM umbenennen, dann klappt's auch wieder mit der deutschen Mannschaft.
Teamerin: aus einem Seminarangebot einer großen deutschen Gewerkschaft, trotz ihres Namens alles andere als musikalisch ... nur: was bitteschön ist eine "Teamerin"?
Im Aufzug aus dem Gespräch zweier Studenten aufgeschnappt: "Hast Du schon getecht"? Ähm?
Neulich in ZDF Sport Extra (Leichtathletik): "... und er konnte noch vorbeifinishen ..." Wie bitte? Was ist denn das? Und so etwas im öffentlich-rechtlichen ...? ZDf - you're sitting in the first row, eh?
Und was, bitteschön, ist ein Litterer? Einer, der den Abfall ("litter") rausbringt bzw. entsorgt? Keineswegs: Einer, der Müll macht (also rumsaut)
Total bescheuerter Klassiker: "Handy". Kennt man im englischsprachigen Raum gar nicht - dort sollte man "Cellular Phone", "Cell Phone" oder "Mobile" benutzen, wenn man nicht eingewiesen werden möchte ...
Immer wieder liest man über "Think Tanks" ... "Denkfabriken" würde es bei uns heißen. Mag man vielleicht bei dem Begriff "Fabrik" zusammenzucken, aber "Tank" klingt ehrlich gesagt auch nicht viel besser ...
Etwas neueres aus Berlin - reichlich dämlich: "Being Singular Plural." Und da ist dann auch noch "Be Berlin" - als ob die New Yorker plötzlich "Sei New York" überall dranpappen würden ...
"Douglas - come in and find out": Ganz übel ... Man soll also reinkommen? Ok. Und dann wieder rausfinden?? Wieso? Ist es bei Douglas so schrecklich? Oder gehen die davon aus, dass ihre (vorwiegend) Käuferinnen hirnamputiert sind und den Ausgang nach dem Einkauf suchen müssen? Oder meinen die vielleicht "herausfinden"? Was ein blöder Satz: "Komm rein und finde raus." Überhaupt: wenn schon, dann bitte richtig, nämlich "to find out something" (etwas herausfinden). Also: Setzen - sechs.
Hier noch ein amüsanter und informativer Link zu weiteren denglischen Sprachvergenotwurzelungen ... "Wording, Denglisch & Co."