
Frank Dörnenburg
Pyramidengeheimnisse? Enträtselte Mysterien
Verlag Patrick Brose, ISBN 978-3-9812000-3-4
Broschiert, 178 Seiten
Preis: € 24,95
Mit dem Band „Pyramidengeheimnisse? Enträtselte Mysterien“ legt Frank Dörnenburg ein Buch vor, das sich kritisch mit parawissenschaftlichen Spekulationen zu den ägyptischen Pyramiden – der sogenannten Pyramidologie – auseinandersetzt. Es handelt sich nicht um irgendwelche Spekulationen, sondern um solche aus dem Bereich der sogenannten Prä-Astronautik, einer parawissenschaftlichen Strömung, die von der Annahme ausgeht, Außerirdische hätten in der Vergangenheit mehrfach die Erde besucht und Einfluss auf die biologische und kulturelle Entwicklung der Menschheit genommen. Dörnenburgs Buch ist insofern einzigartig, als es bislang keine deutschsprachige Publikation gibt, die sich ausschließlich der kritischen Auseinandersetzung mit parawissenschaftlichen Spekulationen im Zusammenhang mit ägyptischen Pyramiden widmet. Dennoch muss sich das Buch mit seinen Konkurrenten messen lassen, als da zu nennen wären Rainer Stadelmann, Mark Lehner und Michael Haase. Keiner dieser Autoren hat Bücher geschrieben, die sich ausschließlich kritisch mit Spekulationen zum Pyramidenbau befassen, und doch gehen sie alle in ihren Büchern mehr oder weniger explizit darauf ein. In Rainer Stadelmanns Standardwerk „Die ägyptischen Pyramiden“ (3. Auflage 1997) findet sich ein ganzes Kapitel zum Thema Pyramidologie („Pyramidenmystik und Schatzsuche“, S. 246 ff.), während Michael Haase in „Das Vermächtnis des Cheops“ nur an wenigen Stellen explizit kritisch Stellung zu Spekulationen nimmt (so auf S. 155 ff.), das gesamte Buch aber Argumente gegen die Pyramidenmystik enthält, obwohl es sich nicht als Anti-Däniken Buch versteht, sondern Forschungsergebnisse aus der Ägyptologie vermitteln will.
Was kann Dörnenburg hier also Neues bieten? Hervorzuheben sind sicherlich die Bilder, darunter viele gelungene Farbfotografien. Dass diese teilweise schlecht rüberkommen, ist nicht die Schuld des Autors, sondern liegt an der Umsetzung durch den Verlag.
Soweit es die besprochenen Themen angeht, findet sich hier einiges, was auf den ersten Blick neu zu sein scheint, aber von denen so manches bei genauem Hinsehen schon andernorts von anderen Autoren behandelt worden ist. Und hier setzt die Kritik an.
Ein Buch, das sich kritisch mit Spekulationen über die ägyptischen Pyramiden auseinandersetzt und dessen Autor sich auch als Kritiker versteht, muss – um sich von den Büchern parawissenschaftlicher Autoren abzuheben – bestimmten Anforderungen genügen. Dazu gehört, dass der aktuelle Forschungsstand berücksichtigt wird und dass insbesondere die Literatur zu den besprochenen Themen beachtet wird. Parawissenschaftliche Bücher aus dem Bereich der Prä-Astronautik werden dadurch gekennzeichnet, dass ihre Autoren Forschungsergebnisse verdrehen, ja sie erfinden sie sogar, um der These von den „Götterastronauten“ Vorschub zu geben. Auch kennzeichnend für parawissenschaftliche Autoren ist, dass sie missliebige Forschungsergebnisse (auch solche ihrer Kollegen – wenn man dies als Forschungsergebnis bezeichnen will) ausblenden und sich als alleinige Entdecker angeblicher Mysterien, die sonst niemand wahrnimmt, präsentieren.
Umgekehrt muss sich ein gutes Sachbuch ebenso wie ein Fachbuch wissenschaftlichen Anforderungen genügen – so am Beispiel von Michael Haases „Das Vermächtnis des Cheops“: Es handelt sich zwar „nur“ um ein populärwissenschaftliches Sachbuch und nicht um ein Fachbuch über die Cheops-Pyramide, verfügt jedoch über einen umfassenden Anmerkungsapparat und ein umfangreiches Literaturverzeichnis, in denen die ägyptologische Forschung bis zum Erscheinungsjahr des Buches (2003) berücksichtigt wird. Wer sich eingehender mit dem Thema beschäftigen möchte, findet hier jede Menge Hinweise für vertiefende Recherchen. Genügt das Buch von Dörnenburg diesen Anforderungen? Nein.
Auffallend ist zunächst, dass - so der Blick in das Literaturverzeichnis – der aktuelle Stand der Pyramidenforschung seit 2000 keine Berücksichtigung findet - schon dadurch entwertet sich das Buch ganz von selbst. So am Beispiel der Rampenmodelle. Hier verweist Dörnenburg auf die Darstellung bei Goyon (Fn. 117) und beruft sich auf das erstmals von D. und R. Klemm in die Diskussion eingebrachte Modell der Integralrampe (S. 149 ff.). Daran ist grundsätzlich nichts auszusetzen, nur: Das Buch "Die Cheops-Pyramide" von Goyon stammt aus dem Jahr 1977 (dt. 1979), die Arbeit des Ehepaars Klemm über die Integralrampe aus dem Jahr 1998. Dass das Integralrampenmodell nicht unkritisch übernommen werden sollte, zeigt beispielsweise ein Interview, dass M. Haase mit dem Ehepaar Klemm zu diesem Thema geführt hat ("Vom Steinbruch zur Pyramidenspitze", Sokar 5, S. 34 ff.). Die Zeitschrift „Sokar“ wird von Dörnenburg allerdings geflissentlich ignoriert.
Überhaupt fällt auf, dass vor allem die Arbeiten Michael Haases, die sich kritisch mit parawissenschaftlichen Spekulationen über die Pyramiden von Gizeh auseinandersetzen und die nach 1995 erschienen sind, von Dörnenburg konsequent ausgeblendet werden. Das kann nur mit der Biographie Dörnenburgs erklärt werden. Dieser hatte nämlich bereits in den neunziger Jahren versucht, ein Buch über Pyramidologie beim Herbig Verlag unterzubringen, ist dort aber nicht angenommen worden. Michael Haase hingegen hat zwischen 1998 und 2003 zwei Bücher bei Herbig herausgebracht: „Das Rätsel des Cheops“ (1998)/ „Das Vermächtnis des Cheops“ (2003) und „Im Zeichen des Re“ (1999). Spielt also Neid eine Rolle? Wer aufmerksam in den letzten Jahren Diskussionen auf Internetforen verfolgt hat, wird festgestellt haben, dass es Dörnenburg dort vor allem darum ging, die Arbeiten Haases als ungenau oder fehlerhaft zu diskreditieren. Die vorgebrachten Argumenten aber zeigen, dass es hier nicht wirklich um Fehler und Ungenauigkeiten ging sondern vielmehr darum, Michael Haase, der mit seinen Arbeiten weite Bereiche der Pyramidenforschung abgedeckt hat, gezielt abzuwerten und sich selbst als der Kritiker zu präsentieren, der als erster die parawissenschaftlichen Spekulationen Dänikens, Sitchins und anderer Vertreter der Prä-Astronautik vollständig und natürlich fehlerlos widerlegt hat.
Gewiss behandelt Dörnenburg ureigene Themen, so beispielsweise in Kapitel 10 ("Baustellen der Ewigkeit", S. 118 ff.). Aber bereits bei den ureigenen Themen gibt es Schwächen. Das Kapitel „Cheops Alva Edison“ (S. 131) etwa behandelt die in der Prä-Astronautik weit verbreitete Spekulation, die alten Ägypter hätten elektrisches Licht gekannt; Grundlage dieser Spekulation sind Reliefs im Tempel der Hathor in Dendera, die aussehen wie gigantische Glühbirnen. Markus Pössel hat hierzu bereits ausführlich in seinem 2000 erschienenen Buch „Phantastische Wissenschaft“ Stellung genommen (dort S. 29 ff.). Erwähnung findet das bei Dörnenburg aber an keiner Stelle. Zwar hat Dörnenburg hier Vorarbeit geleistet, auf die Pössel zurückgegriffen hat (siehe Pössel, Phantastische Wissenschaft, Anm. 7 zu Kapitel 1), doch gehört es sich für ein gutes Sachbuch, auf ähnliche Arbeiten zu diesem Gebiet wenigstens hinzuweisen.
Andere Themen sind vor ihm von anderen Autoren - namentlich Wolfgang Siebenhaar und Michael Haase - längst ausreichend bearbeitet worden.
Das beobachten wir in Kapitel 3 „Lügen der Archäologie“. Hier geht Dörnenburg ausführlich auf die Spekulationen Sitchins zur Stele im Isis-Tempel und die Legende vom gefälschten Königsnamen ein. Das bleibt ihm alles unbenommen, nur sollte dann zumindest auch derjenige erwähnt werden, der sich erstmals gründlich mit diesen Spekulationen auseinandergesetzt und sie widerlegt hat: Michael Haase. Seine Beiträge „Das Chufu-Syndrom“ in G.R.A.L. 3/1996 (zur Namensfälschung) und „Das Geheimnis der Isis-Stele“ in G.R.A.L. 4/1996 finden aber ebenso wenig Berücksichtigung wie entsprechende Verweise auf diese Themen in „Das Rätsel des Cheops“ (S. 155 ff., 226 ff.) oder „Das Vermächtnis des Cheops“ (S. 155 ff., S. 227 ff.). Auffallend ist auch, dass sich beim Vergleich von Sitchins Ausführungen in "Stufen zum Kosmos" zur gefälschten Kartusche des Cheops und der Expertise Samuel Birchs kein einziger Hinweis auf Martin Stower findet, der immerhin als erster 1996 diese Gegenüberstellung vorgenommen hatte und daran Sitchins Manipulation aufgeckt hat (wenn auch nur im Internet).
Soweit es sich um die „Isis-Stele“ handelt war es Michael Haase, der erstmals auf den Widerspruch in der Darstellung der Inschrift bei Sitchin („Stufen zum Kosmos“, S. 287 f.) hinwies und ihn dem vollständigen Text der Stele gegenüberstellte (G.R.A.L. 4/1996, S. 239 f.). Dörnenburg macht sich diese Gegenüberstellung zunutze, aber es findet sich nicht der geringste Hinweis auf Haases Beitrag (S. 46 ff.).
Schließlich will Dörnenburg auch als erster herausgefunden haben, dass Sitchin gar kein anerkannter Altertumsforscher ist. Dabei ist dies längst keine Neuigkeit mehr, denn bereits Wolfgang Siebenhaar hatte dies in einer Artikelreihe in G.R.A.L. 1994 und 1995 veröffentlicht (12 - 11 - 10 - Aus. Die Legende vom 12. Planeten, G.R.A.L. 6/1994, 1/1995 und 2/1995). Natürlich fehlt jeder Hinweis auf diese Beiträge Siebenhaars.
Ist dies nur Schlamperei oder das Ergebnis unsauberer Recherche, oder steckt dahinter ein System? Für letzteres spricht das „Fazit“, das der Autor auf S. 171 des Buches zieht. Dort heißt es:
„Wenn Sie mir bis hierhin gefolgt sind, sind Sie wahrscheinlich auch ein wenig ernüchtert. Genauso wie ich es war, als ich 1995 ans Ende der damaligen Reise gekommen war.“
Hier stellt sich natürlich die Frage: Warum erscheint das Buch erst jetzt, im Jahr 2008? Lassen wir diese Frage mal im Raum stehen - die Wahl des Jahres 1995 für das "Ende der Reise" scheint kein Zufall zu sein. Pössels Buch „Phantastische Wissenschaft“ ist erst 2000 veröffentlicht worden. Und erst nach 1995 sind die grundlegenden Arbeiten Michael Haases zu den pyramidalen Spekulationen der Prä-Astronautik erschienen: 1996 die beiden erwähnten Aufsätze in der Zeitschrift GRAL, ab 1998 dann Bücher bei Herbig, Ullstein und Philipp von Zabern. Haases Beitrag über den Felskern der Cheopspyramide aus GRAL 1/93 findet bei Dörnenburg zwar Erwähnung (Fn. 101), jedoch handelt es sich hier nicht um eine Widerlegung grenzwissenschaftlicher Spekulationen. Mit diesem Vorgehen suggeriert Dörnenburg dem Leser seines Buches: er war der erste, der alle „Pyramidenmysterien“ enträtselt hat, andere Autoren wie Michael Haase haben sich dann in den folgenden Jahren auf diese Themen draufgesetzt.
Wer nun einen Blick in das Pyramiden-FAQ von Dörnenburg wirft (Stand: 3. Mai 1995), das 1995 für jedermann im Internet zugänglich war, erfährt näheres über den Kenntnisstand des Autors im Jahre 1995. Dort heißt es in Kapitel 5 ("Wer waren die Bauherren?", S. 37):
"In der Cheops-Pyramide fand die Vyse-Expedition 1837 in den Entlastungskammern oberhalb der Königskammer Hieroglyphen, bei denen es sich um Steinmetzzeichen handelt, sowie mehrfach Kartuschen mit der Cheops-Glyphe. Im Gegensatz zu den Steinmetzzeichen waren die Kartuschen oft nicht eingemeisselt, sondern mit roter Farbe aufgemalt. Sitchin zeigt in seinem Buch "Stufen zum Himmel" allerdings, unter Zuhilfenahme historischer Quellen, dass diese Glyphen wohl gefälscht sind. Bereits 1837 wurden diese angezweifelt. Ursache für diesen Zweifel war ein Schreibfehler im Königsnahmen, der in allen Kartuschen auftaucht. Dieser Fehler ist demnach auf einen drucktechnischen Fehler in einer Auflage eines Standard-Hieroglyphenwerks im 19. Jahrhundert zurückzuführen, in dem ein o-förmiges Symbol ausgefüllt und nicht mit einem "Loch" in der Mitte abgedruckt war. Aus diesem hat ein Mitarbeiter von Vyse anscheinend, zur Befriedigung des wohl recht launischen Expeditionsleiters, entsprechende Kartuschen abgeschrieben und diesen Druckfehler dabei übernommen. Ich bin kein Hieroglyphen-Kenner, aber aus den Schilderungen muss ich schließen, daß er recht hat."
1995 jedenfalls ging Dörnenburg noch davon aus, dass Sitchin recht haben könnte. Das ändert sich erst nach Erscheinen von Haases Beitrag "Das Chufu-Syndrom." Auf seiner Homepage (Stand: September 1999) sieht die Sache schon anders aus. In der Tat finden sich hier Argumente aus dem Beitrag Haases (ohne dass dieser erwähnt wird), ebenso ein kurzer Hinweis auf die Expertise von Birch, wobei auf die Homepage von Martin Stower verwiesen wird (die es inzwischen nicht mehr gibt). Martin Stower hatte - etwa zeitgleich mit Haase - 1996 Sitchins Behauptungen über die Kartuschenfälschung widerlegt. Während Haase auf die drei Argumente Sitchins für eine Fälschung einging (Hieratische Schrift, Schreibfehler "Re-Ufu" statt "Chufu", Unleserlichkeit der Kartusche) und sie widerlegte, befasste sich Stower mit der Expertise von Samuel Birch aus dem Jahre 1837, die auch auf der Webseite von Stower zugänglich war. Stower ging sehr ausführlich auf diese Expertise ein und warf Sitchin zu recht vor, daß er diese Expertise inhaltlich so verdreht hatte, daß er seine Fälscherthese damit begründen konnte. In echter parawissenschaftlicher Manier zitierte Sitchin zu diesem Zweck aus dem Zusammenhang gerissene einzelne Sätze der Expertise. Sitchins Darstellung von Birch wurde von Stower die korrekte Expertise gegenübergestellt, aus der hervorgeht, daß Birch keine Zweifel an der Authenzität der Kartusche hegte. Dadurch wurde Sitchins Manipulation offensichtlich. Auf diese Ausführungen Stowers verwies Dörnenburg 1999. Ein Jahr später - im September 2000 - findet sich die Birch-Expertise auch auf der Homepage von Dörnenburg. Am Rande bemerkt: Auf der Homepage Dörnenburgs (Stand September 2000) taucht folgender Text zur Kartuschenfälschung auf:
" (...) Statt "Chufu" schrieb er also "Re-ufu"! Als Beweis veröffentlichte Sitchin in seinem Buch Stufen zum Kosmos auf den Seiten 291, 301 und 307 einige Zeichnungen, die seine Behauptungen bestätigen. Und auf diesen sieht man tatsächlich eindeutig ein "Re-ufu." Die Quellen dieser Zeichnung gibt Sitchin nicht an. Schade, denn die Zeichnungen sind falsch!!! Dies konnte ich Anfang der 90'er in einer Filmaufnahme einer 1985 gedrehten Folge aus der Serie "Arthur C. Clarkes Mysterious World" auf dem Discovery-Channel sehen (...)."
Diese Passage findet sich noch nicht in der Fassung aus dem Jahr 1999 (geschweige denn im FAQ von 1995). Das passt in das Bild, das Dörnenburg von sich als dem ersten, der die "Pyramidenmysterien" bis 1995 entlarvt hatte, zeichnen möchte.
In dem betreffenden FAQ wird auch die Isis-Stele erwähnt – jedoch ohne Bezug zu dem Widerspruch in der Darstellung bei Sitchin und dem tatsächlichen Text der Stele. Dieser Widerspruch wurde erst in GRAL 4/1996 von Michael Haase dargelegt. Im FAQ lesen wir statt dessen:
„Das letzte mir vorliegende "Fund"-Argument ist eine der beiden im Taltempel von Cheops gefundene Stele. Die oft übersetzte Inschrift lautet "Er gründete/baute das Haus der Isis, der Herrin der Pyramide, neben dem Haus des Sphinx". Dabei werden zwei Dinge übersehen: Die Stele war Bestandteil des Taltempels der Pyramide. Diese Tempelanlage wird immer als letzte Einheit der gesamten Anlage gebaut. Ist ein Pharao gestorben, wurde auch der Taltempel nicht mehr gebaut. Die Inschrift deutet also nur darauf hin, daß beim Bau des Tempels die Pyramide bereits fertiggestellt war. Das Haus des Sphinx ist der Totenopfer-Tempel neben der Pyramide, der von zwei riesigen, 8 m hohen Sphinxen gesäumt war. Der große Sphinx wurde nach Einschätzungen der klassischen Archäologen bei den Bauarbeiten zur Cheopspyramide vormodelliert, aber erst unter Chefren beendet. Zudem wird die Inschrift der Stele nicht komplett übersetzt. Die Fortsetzung lautet: "Ich habe sie beide bauen lassen. Wer Anspruch auf den Namen eines großen Herrschers erhebt, der mag sie zerstören; denn zerstören ist leichter als bauen."
Hierzu wurde eine aufschlussreiche Diskussion im ehemaligen Forum Dörnenburgs, dem "Forum für alternative und klassische Archäologie", geführt, die ein Licht auf die Motivation des Autors wirft, gerade das Jahr 1995 als Endpunkt seiner "Reise" zu markieren. Auf einen Eintrag vom 25. August 2000, der auf die Arbeiten Haases zur Isis-Stele in GRAL 4/1996 hinwies, antwortete Dörnenburg:
"... nur dass meine Isis-Analyse bereits seit 1995 auf meiner Homepage (damals bei Compuserve) liegt."
Anfragen, den Kenntnisstand des Jahres 1995 darzulegen, widersetze sich Dörnenburg damals vehement. Wer den oben zitierten Text aus dem FAQ liest, wird wissen, warum.
Das Buch Dörnenburgs möchte als Sachbuch wahrgenommen werden, das pyramidale Mysterien enträtselt und so ein Gegengewicht zu den Spekulationen Erich von Dänikens und seinen Epigonen bildet. Es wird von anderen Rezensenten sogar in eine Reihe mit Markus Pössels "Phantastische Wissenschaft" gestellt. Dieser Vergleich ist aber mehr als hinkend, denn es hat sich gezeigt, dass Dörnenburgs Buch zwar im Gewande eines kritischen Buches auftritt, jedoch dem parawissenschaftlichen Spektrum zuzuordnen ist: Es wird Literatur ignoriert, und es wird – wider besseres Wissen – behauptet, der Autor habe bereits 1995 über den Kenntnisstand verfügt, der in dem Buch vermittelt wird. Für eine tiefschürfende Beschäftigung mit dem Thema „Pyramidologie“ und „Ägyptische Pyramiden“ kann dieses Buch daher nicht empfohlen werden.
Klaus Richter, 8. Februar 2009
ergänzt: 28. Juni 2011
Reaktionen von F. Dörnenburg auf diversen Internetforen.
Reaktion von F. Dörnenburg im Internetblog "Astrodicticum Simplex" von Florian Freistetter.