Wissenschaft und Medien

Es gibt Wissenschaftler, die sich kritisch mit dem Gedankengut der PS-Forschung auseinandersetzen, die auch immer wieder bereit sind, gemeinsam mit kritisch eingestellten Laien solche Thesen zu beleuchten und mit wissenschaftlicher Methodik zu hinterfragen. Doch leider sind es nicht genug. Es gibt immer noch zu viele Wissenschaftler, die sich auf ihre aktuelle Forschung zurückziehen und sich aus Zeitmangel oder Desinteresse weigern, auf grenzwissenschaftliche Thesen einzugehen. Am Beispiel Zillmers läßt sich das gut beobachten: Welcher Wissenschaftler macht sich einmal die Mühe, Zillmer in eine Diskussion zu verstricken oder ihn zu widerlegen? Ich kenne bislang niemanden. So darf man sich dann auch nicht wundern, wenn mehr und mehr Leute, denen das nötige Hintergrundwissen fehlt, an die grenzwissenschaftlichen Thesenv der Prä-Astronautik glauben. Das war nicht immer so: Erinnert sei daran, dass der Wissenschaftsjournalist Ernst von Khuon Anfang der siebziger Jahre mehrere Wissenschaftler versammelte, die sich zu Dänikens Spekulationen äußerten; das Resultat dieser Bemühungen kann man in dem - leider vergriffenen - Band "Waren die Götter die Astronauten?" nachlesen, der erstmals 1971 erschien. Ernst von Khuon produzierte auch eine dreiteilige Fernsehsendung mit dem Titel "Auf den Spuren des Erich von Däniken", in der er mit Erich von Däniken über dessen Sepkulationen diskutierte. Diese Bereitschaft findet man heute nicht mehr.

 

Wissenschaftler müssen auf parawissenschaftliche Spekulationen aus dem Bereich des Erich von Däniken und seiner Epigonen eingehen, sie widerlegen, und sie müssen sich dafür einsetzen, daß solches parawissenschaftliches Gedankengut nicht zu Gemeingut wird. Was nützt die ganze wissenschaftliche Arbeit, wenn in der Öffentlichkeit ein ganz anderes Bild verbreitet wird? Mancher Wissenschaftler mag argumentieren, die Beschäftigung mit der PS-Hypothese und ihren Protagonisten führe nur zu deren Aufwertung, was man vermeiden solle. Doch bleibt die Frage, ob man eine Aufwertung nicht auch dann betreibt, wenn man die PS-Hypothese und ihre Vertreter ignoriert und ihre Behauptungen unkorrigiert im Raum stehen läßt und dem kleinen Mann auf der Straße, der sich in den betreffenden Materien gar nicht auskennt, keine Erklärungsalternative anbietet.


Auch an die Medien geht die Aufforderung, sich kritisch und gründlich mit dem Gedankengut der Paläo-SETI auseinanderzusetzen. Gerade bei den Privatsendern hat man oft den Eindruck, daß hier, wo es anscheinend wesentlich auf die Einschaltquote ankommt, nicht so gründlich recherchiert wird. Je sensationeller, desto besser - abschreckendes Beispiel ist hier die unerträgliche und unsägliche Show "The next Uri Geller", die auf Pro7 ausgestrahlt wurde.

 

Lobenswerte Ausnahme ist hier vielfach das ZDF. In seinen Serien "Terra-X" oder "Sphinx" werden immer wieder Themenbereiche angeschnitten, die die Prä-Astronautik für sich beansprucht. Weder in den Templerfolgen der Serie Terra-X noch in der kürzlich ausgestrahlten Sphinxfolge über den heiligen Gral wurde die von Peter und Johannes Fiebag entworfene Theorie der "Ewigkeitsmaschine" auch nur ansatzweise angesprochen. Gleiches gilt für die Terra-X-Folge über Oak Island. Und in einer Terra-X-Folge über die Sintflut wurde sogar ausdrücklich von wissenschaftlicher Seite Stellung gegen parawissenschaftliche Thesen eines Alexander Tollmann bezogen. Gleiches gilt über eine Folge über Rennes-le-Château. Die Spekulationen hier rangieren von den Nachkommen Christi unter den Merowingerherrschern des frühen Mittelalters, dem heiligen Gral bis hin zu unerkannt operierenden Bruderschaften in der Tradition der Tempelritter. Auch Däniken hat sich dieses Themas bemächtigt. In einer glänzend gemachten Terra-X Sendung wurden all diese Behauptungen als haltlose Spekulationen entlarvt. Auf der anderen Seite aber zeigt auch das ZDF eine bedauernswerte Anhänglichkeit an parawissenschaftliche Spekulationen, wenn es Sendungen über die ägyptischen Pyramiden produziert.

 

"Ausblick und Schluss"